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Jürgen Pröhl I Petra E. Pröhl I Private Videoproduktion. Berlin.

blogmaroc I MARRAKECH MEDINA

Um in einer fremdartigen Stadt vertraut zu werden, braucht man einen abgeschlossenen Raum, auf den man ein gewisses Anrecht hat und in dem man allein sein kann..."

Aus: Elias Canetti, "Die Stimmen von Marrakesch". Mehr daraus weiter unten...


Im Schnelldurchlauf...


Das Logo bildet mit den stilisierten ersten Buchstaben unserer Vornamen die Umrisse des DAR TOUAREG ab. Grün sind die traditionellen Kacheln und Fliesen, Wände und Fassaden tragen das typische Rot von Marrakech.


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Unser Haus trägt den Namen der legendären afrikanischen Nomaden aus der Sahara und dem Sahel. Die Dynastie der Saadier eroberte im 16. Jahrhundert Tombouctou, ein Zentrum der Touareg im heutigen Mali. Die Bemühungen, dadurch den Handel mit Westafrika zu beherrschen, waren aber letztlich erfolglos. Aus Tombouctou kamen in jener Zeit viele Gelehrte und Kaufleute nach Marrakech.

Touareg (erworben in Galerie Laghouash)


Berberfrau (erworben in Galerie Laghouash)

 

Das DAR TOUAREG wurde Mitte der 1960er Jahre aus einem größeren Gebäude herausgelöst, umgebaut und separat verkauft. Unser Nachbarhaus ist noch im Besitz jener Familie, die damals die Abtrennung vornahm.

Die Ursprünge der Bebauung gehen viel weiter zurück und sollen im 18. Jahrhundert liegen, erzählt man uns.


Wir wohnen in einer ruhigen Gasse am Rand der Kasbah - und sind doch mitten im geschäftigen Treiben der Medina. Eine Kasbah entspricht unserer Vorstellung von einer Festung. In Marrakech war sie Regierungssitz, Militärlager und Wohnviertel für höhere Beamte und Offiziere. In der Nähe liegt das jüdische Viertel Mellah, da die Juden unter dem besonderen Schutz des Sultans standen.



Sehr früh am Morgen zwitschern in den Gärten der alten Häuser die Vögel besonders lautstark. Bald wird der Muezzin der Moschee Moulay El Yazid die Gläubigen zum Gebet rufen...

Dar Touareg, 10/2018, 2:45


Kasbah, 10/2018


Mehr Videos und Fotos vom ganzen DAR TOUAREG in der

blog maroc GALERIE

Bitte auf das Symbolbild des Links klicken...



Seit 10. März 2019

Der Salon wird leergeräumt. Damit beginnen die umfangreichen Renovierungen im Erdgeschoss, die bis Mitte April andauern werden.


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8. März 2019

Mit neuen Möbeln entstand eine Patio-Lounge. Arabische Eleganz prägt das Studio Bahia. Auf der Dachterrasse ist ein großer Mosaiktisch neuer Mittelpunkt der Dining Area.


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3. März 2019

Wir bereiten eine aufwändige Renovierung von drei Räumen im Erdgeschoss vor. Neben dem antiken Kalkputz Tadelakt werden im Salon Tombouctou zudem traditionelle Fliesen aus Fes verarbeitet. Abderrahim und Hakim unterstützen uns beim Treffen mit den Handwerkern. Vielen Dank!

7. Februar 2019

Wir haben den Zimmern Namen gegeben und werden die Gestaltung danach ausrichten: Kasbah, Koutoubia und Bahia sind in Marrakech historische Areale bzw. Baudenkmäler. Tombouctou ist ein Zentrum der Touareg in Mali. Café Le Chat Noir ist unser Esszimmer - benannt nach der schwarzen Katze, die zu unseren ersten Besuchern am Haus zählte. Die vier Bereiche auf der Dachterrasse tragen Namen von Gärten und Oasen.

3. Februar 2019

Erste Veränderungen sind sichtbar: Wir haben aufgeräumt, sauber gemacht und Dinge für den Haushalt gekauft. Auf der Dachterrasse errichteten wir eine Sitzecke mit Blick auf den Sonnenuntergang. Abderrahim begann mit dem Abtransport von Inventar, das nicht zu unserem Konzept passt. Vielen Dank!


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23. - 27. Januar 2019

Unsere ersten Schritte im DAR TOUAREG als Eigentümer. Hakim (Mitte) und Abderrahim stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Herzlichen Dank!


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11. November 2018

Die Entscheidung ist getroffen: Im Januar 2019 reisen wir nach Marrekech und unterzeichnen beim Notar den Kaufvertrag für das DAR TOUAREG.

30. September bis 6. Oktober 2018

In Marrakech Medina besichtigen wir einige Riads, die zum Verkauf stehen. Wir wohnen im DAR TOUAREG, dessen Besitzerin ebenfalls einen Käufer sucht. Bald sind wir uns einig: Das DAR TOUAREG passt zu uns...

Eine Leseprobe: Elias Canetti (1967)

Vor mehr als fünfzig Jahren veröffentlichte Elias Canetti "Die Stimmen von Marrakesch". Der Auszug ist der Geschichte "Stille im Haus und Leere der Dächer" entnommen (Fischer Taschenbuch Verlag 2007).

Um in einer fremdartigen Stadt vertraut zu werden, braucht man einen abgeschlossenen Raum, auf den man ein gewisses Anrecht hat und in dem man allein sein kann, wenn die Verwirrung der neuen und unverständlichen Stimmen zu groß wird.

Am schönsten ist es, in eine Sackgasse zu verschwinden, vor einem Tore stehenzubleiben, zu dem man den Schlüssel in der Tasche hat, und aufzusperren, ohne dass es eine Sterbensseele hört. Man tritt in die Kühle des Hauses und macht das Tor hinter sich zu.

Man geht auf und ab und atmet die Stille ein. Wo ist das ungeheuerliche Treiben geblieben? Das grelle Licht und die grellen Laute?

In diesen Häusern gehen wenig Fenster auf die Gasse, manchmal keines; alles öffnet sich auf den Hof, und dieser öffnet sich auf den Himmel. Nur durch den Hof ist man in einer milden und gemäßigten Verbindung mit seiner Umwelt.

 

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MAGHREB-POST

Nachrichten + Hintergründe aus Marokko und den anderen Ländern des Maghreb. MAGHREB POST bietet in deutscher Sprache selbst übersetzte Texte aus öffentlichen Quellen der entsprechenden Länder.

Eine Leseprobe: Edith Wharton (1917)

Die US-Schriftstellerin reiste auf Einladung des französischen Generalresidenten durch Marokko. Der Auszug aus dem Kapitel "Marrakech" ist dem Buch "In Marokko, Vom Hohen Atlas nach Fès, Durch Wüsten, Harems und Paläste" entnommen (Edition Erdmann, 2016).

Marrakech ist der größte Marktplatz des Südens, wobei Süden nicht nur den Atlas mit seinen feudalen Fürsten und deren wilden Clans meint, sondern alles, was jenseits liegt, die Sahara der verschleierten Tuaregs, Dakka, Timbuktu, Senegal und der Sudan.

Die Bevölkerung dieser alten Stadt ist seit jeher stärker vermischt als die der Städte im nördlichen Marokko. In den Basaren treffen sich all diese Menschen: Viehhändler, Olivenbauern, Bauern aus dem Atlas, aus Sousse und vom Draa, die Blauen Männer der Sahara, Schwarze aus dem Senegal, sie kommen, um mit den Wollhändlern, Gerbern, Seidenwebern, den Waffenschmieden und den Herstellern von Ackergerätschaften Geschäfte zu machen.

Finster, wild und fanatisch sind diese engen Souks von Marrakech.

Es sind nur gestampfte Lehmwege, von Binsenmatten überdacht, wie in Südtunesien und in Timbuktu, und die Menschenmasse, die hindurchströmt, ist so dicht, dass man zu mancher Stunde kaum zu den erhöhten, winzig kleinen Nischen vordringen kann, wo die Händler wie Götzenbilder zwischen ihren Waren sitzen. 

All die Fäden des hiesigen Lebens flechten sich in den Souks zu einem dichten Netz, das einen hin und wieder buchstäblich ins Stolpern bringt.

Wir freuen uns über Ihr Interesse. Senden Sie uns gern eine Nachricht. Vielen Dank!